„Und der Zeitpunkt unseres Ablebens bewegt sich unaufhaltsam Richtung Jetzt. Das können wir nicht anhalten. Da kommen wir nicht gegen an. Die ist weg, die Zeit. Die Zeit ist weg. Wir verenden permanent...“

DELIRIUM ist eine Theatermaschine zwischen digitalem Datenstrom und handfester Melancholie. Sie wird behaust von Nachtgestalten, die aus dem Zeitstrom katapultiert wurden und nun am Ufer sitzen und zusehen, wie ihre Biographien vorbeifliessen. Dieses Projekt ist inspiriert vom finnischen Winter, den die Gruppe während eines Gastspiels in Helsinki erlebt hat. In einer endlosen Nacht beginnt sich die Wahrnehmung zu verschieben und die Grenzen zwischen Phantasiertem, Erinnertem und real Erlebtem lösen sich zunehmend auf. PLASMA erforscht mit diesem Projekt die Regionen jenseits des Wachzustands, den Kontinent zwischen letzter Bestellung und Abschliessen der Türe. Das ist der Ort, wo wir sind, wenn wir – nachdem wir einiges getrunken haben – still in einer Bar-Ecke sitzen und zusehen, wie sich der Raum krümmt, während wir auf ein Taxi warten oder auf den nächsten Drink. In DELIRIUM treffen die Texte von Lukas Bangerter auf wissenschaftliche Abhandlungen. Ein Kontrast, der sich auch auf klanglicher Ebene in der Kombination der Hammondorgel von Jan Ratschko und dem elektronischen Sound von Martin Wigger widerspiegelt. DELIRIUM entstand in Koproduktion mit dem Theater Hebbel am Ufer Berlin, dem Schlachthaus Theater Bern und dem Fabriktheater Zürich wurde in fünf Sprachen übersetzt und wurde unter anderem an den Wiener Festwochen, beim Festival IMPULSE, bei SPIELART in München und an Festivals in Krakau, Neu Delhi, Mumbai, Seoul, Paris, Nyon und Helsinki gezeigt.

„Oder einfach ein Kometeneinschlag,ein plötzlicher, wenn’s keiner erwartet. Zack und die Welt ist weg, und dann fängt das an einem neuen Ort wieder an, in einer anderen Galaxie, dann löst ein neuer Zufall ein neues Leben aus, ein besseres vielleicht. - Einfach zurück in die Ursuppe. Wieder eine Amöbe sein, ein Einzeller, oder eins von diesen Wimpertierchen, ein Protozoon im Kambrium. Sich an den nächstbesten Körper heranwerfen, zwischen zwei Brüsten wohnen, und wieder dahin zurück wo wir hergekommen sind - endlich dahin zurück.“

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Mit freundlicher Unterstützung von:

  • Abteilung Kulturelles der Stadt Bern,
  • Alexander Stiftung,
  • Amt für Kultur des Kantons Bern / SWISSLOS,
  • Familien-Vontobel-Stiftung,
  • Kanton Zürich Fachstelle Kultur,
  • Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia,
  • Stanley Thomas Johnson Stiftung

Pressestimmen:

›Delirium‹ ist weder Schauspiel noch Singspiel noch Tanzperformance: und dennoch ein verrückter Mix all dessen. An einer runden Theke hocken fünf Gestalten bei Schnaps und Selbstmitleid auf ihren Barhockern – und es geschieht ... nix! Über 70 überaus amüsante Minuten lang passiert nichts: Außer, dass die Menschen an der Theke sitzen, in besinnlichen Monologen versinken, mit ihren Gläsern ein Ballett aufführen und in Zeitlupe an der Bar herum krabbeln. Figuren ohne Eigenschaften erzählen Geschichten ohne Anfang und Ende... ›Delirium‹ ist die reine Dämmerei. Zeit spielt keine Rolle. Klingt wenig spektakulär, doch wer sich ganz drauf einlässt, erlebt einen schillernden Theaterabend, der vor allem durch den ungemein geschickten Einsatz von Musikschnipseln nach vorn getrieben wird.

Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Ein Theaterstück wie ›Delirium‹ hat man lange nicht gesehen... Es ist eine wilde Choreografie zwischen Sein und Nihilismus, immer wieder getränkt in Alkohol. Eine Spielform zwischen Liedrevue und Tanztheater, zwischen kühlem Kabarett und dadaistischer Sprachzerlegung.

Westfälischer Anzeiger

Lukas Bangerters wunderbares ›Delirium‹ ist ein Tanz der Vergeblichkeit, der den Stillstand mit atemberaubender Virtuosität instrumentiert.

Theater der Zeit

Musik, Text und Performance schaffen zusammen eine sonderbar schöne Melancholie. Trotz des alkohlinduzierten ›Delirium‹ spielt dankenswerterweise keiner ›besoffen‹. Stattdessen verlangsamt man die Wahrnehmung des Publikums und kreiert damit eine Atmosphäre ganz ähnlich dem Zustand, als würde man die Welt im Rausch erleben. Großartig.

Kölnische Rundschau

Gestik, Mimik und Handlungen sind minimal. Dafür ist alles streng organisiert: Licht, Ton, Sprache. Der Betrachter, nichts anderes ist hier der Zuschauer, fühlt sich erheitert wegen skurriler Situationen oder ist angewidert durch all das menschliche Elend. Und er ist etwa 70 Minuten lang, auch wenn das nicht so klingen mag, gut unterhalten.

Ruhr Nachrichten

›Delirium‹ war der geschickt platzierte Auftakt für die 13. Ausgabe des Unidram-Festivals in Potsdam. Die Inszenierung – entstanden in Koproduktion mit dem Berliner Hebbel am Ufer und dem Schlachthaus-Theater Bern – ist beispielhaft für die Suche der Organisatoren nach Theaterformen, die mittels Klang, Körpersprache und Rhythmus ganz eigene Bühnenwirklichkeiten schaffen.

Märkische Allgemeine

Die entrückte und zugleich zupackende Inszenierung von Lukas Bangerter ist dicht gewebt, lebt von präzise geführten Schauspielern im Dialog mit der Musik und lässt auch berührende Momente entstehen. Man fühlt die Zeit unter den Nägeln brennen. Ein spannungsreicher Auftakt, der die Zuschauer mit inhaltliche und formale Perspektivwechsel konfrontierte, wie Kultur-Staatssekretär Johann Komusiewicz zuvor das Anliegen von Unidram treffend charakterisierte. Oft ist es das Ungesagte, das im Zuschauer weiter arbeitet. ›Delirium‹ traf damit offensichtlich den Nerv des begeistert applaudierenden Publikums.

Potsdamer Neueste Nachrichten

In ›Delirium‹ lallen sich die Protagonisten ihr über-flüssiges Leben um die Ohren, quetschen das Letzte aus vagen Beziehungen oder versuchen einfach nur für die letzte Zigarette offenes Feuer zu erhaschen. Die Inszenierung der Theatergruppe Plasma aus Zürich ist zeitgenössisches Theater mit präzisem Time-Code, mit ungewöhnlicher Präzision der Darsteller, mit schlüssigem Beweis für die Möglichkeit eines performativen Einsatzes von Live-Musik auf einer Theater-Bühne. Nüchtern betrachtet ist ›Delirium‹ Theater, bei dem sich die Schubladen-Begriffe ›Frei‹ oder ›Off‹ ad absurdum führen. Gutes Theater kann überall stattfinden. ›Delirium‹ beispielsweise würde jede Stadttheater-Bühne aufwerten.

taz Berlin

Was das Stück in den 76 Minuten zu bieten hat, ist betörend und berauschend... Die präzise Inszenierung von Lukas Bangerter und das verblüffend genaue Spiel von Lilian Fritz, Wowo Habdank, Jorgos Margaritis, Andreas Spaniol und Mirjam Zbinden machen ›Delirium‹ zu einem faszinierenden, stets ironisch gebrochenen Klagelied über die Sterblichkeit, aber auch zu einer Hymne an den Augenblick.

Berner Zeitung

Lukas Bangerter, Regisseur und Autor der Theatergruppe Plasma, inszeniert das Paradox des rastlosen Stillstandes virtuos und kreiert mit ›Delirium‹ ein leicht surreales, tragikomisches Ballett der menschlichen Tristesse, ein Rotieren um das Allzumenschliche, einen letzten Tango der Vergänglichkeit. Für Plasma sind, wie es die Gruppe auch schon in früheren Arbeiten gezeigt hat, alle Mittel des Theaters gleich bedeutsam. So entsteht durch das perfekt abgestimmte Zusammenspiel von Text, Gestik, Choreografie, Licht und Musik eine Atmosphäre, die an Kaurismäki und Edward Hopper erinnert, grundiert in Moll-Tönen, gleich wie das traurig-fröhliche Lied ›Fiesta Mexicana‹, das einer der Akteure leise ins Mikrofon singt.

Der Bund

Delirium ist eine mulimediale Theaterrecherche über die Allgegenwärtigkeit des Todes beim Betrachten der eigenen Existenz. Seinem Titel ganz getreu lebt Delirium von humorvoll –leichten Bildern für komplexe menschliche Gefühlszustände.

Schweizer Radio DRS

Lukas Bangerter, der textende, designende und Regie führende Kopf der Gruppe, wagte sich noch nie soweit vor wie in ›Delirium‹. In der Brust des strengen Arrangeurs, der seine Stücke als pseudowissenschaftliche Experimente anlegt, schlägt das Herz eines verkappten Romantikers. Durch die blaue Blume des Alkoholrausches dürfen seine Figuren diesmal hemmungslos pathetisch werden... Eine Metaphysik der Körperliebe.

Tagesanzeiger Zürich

The play has been directed by Lukas Bangerter. And while there is hardly any perceptible script, the play deals with the mind and the whole universe within; bizarre, secretive, unreal, guilt-ridden with its constantly jabbering voices and moving bodies in strange contours. But somehow this strange world on stage looked far more real than reality itself! In sum the play is a performance of frenzied activities. The set with its endless bar in a dark dungeon-like place has an erratic digital clock ticking away along the side surface of the circular bar table. In spite of all the frantic movements on the stage there was a palpable counter stillness as if time had stopped. The actors were excellent by themselves and as a group too. The very idea of the real/unreal was conveyed just by the superb and meticulous acting. It would have been easy for the actors to be more emotional but their distant approach was what clinched this journey through inner worlds- lonely, dark, irrational and unemotional as they can be.

Mumbai Theatre Guide

Displaying their unique densely layered but clear and minimalistic expression, Swiss theatre troupe Plasma enthralled viewers at the ongoing 10th Theatre Utsav here with Delirium, a play depicting shifting perceptions of time, space and identity.

Webindia (New Delhi)

이 Delirium은 내가 지금껏 봤던 연극 중 가장 최고였다. 한치의 오차도 없이 정확히 계획된 배우들의 동선과 동작들, 완벽한 연기력으로 무장된 배우들간의 호흡, 번역이 안되어 안타까웠던 그들의 노래, 흐느끼듯 우울히 연주되던 오르간과 아코디언의 음률,,, 한 배우가 연기하고 있는 동안 받아 칠 다음 대사를 스텐바이하는 배우는 없었다. 모두들 각자의 영역에서 끊임없이 연기하고 있었다. 언뜻보면 개별적으로 보이지만 이 모든 것들은 마치 톱니바퀴처럼 다음 상황에 정확히 맞물려 돌아갔다. 공연 내내 무대위에서 한시도 눈을 뗄 수 없이 긴장되고 집중하도록 만들었다. 제목인 Delirium은 정신의학적으로 일시적이고 매우 갑작스럽게 나타나는 정신상태의 혼동을 말한다고 한다. 연출가인 루카스 방게터(Lukas Bangerter)는 실험적이고 다양한 방법으로 관객에게 자극을 주고 싶었고

Rosebud Seoul

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Technical Rider