»...Allein die Tatsache, dass es die Welt gibt, liegt ausserhalb des Wahrscheinlichen. Es liegt außerhalb des Wahrscheinlichen, dass es Mücken, Menschen, Autos und Theateraufführungen gibt. Nur eine winzige Verschiebung der Temperatur während der Evolution des Kosmos - und wir wären nicht da, das Leben auf der Erde wäre nie entstanden…«

Nachdem sich PLASMA im Projekt 8 TIP OF THE TONGUE mit dem deterministischen Weltbild der modernen Hirnforschung auseinandergesetzt hat, überprüft die Gruppe mit dieser Produktion das Phänomen Zufall, als letzte Chance, dieser Vorbestimmtheit zu entrinnen.

RANDOM - Das Leben als Casino, als Lotterie der Möglichkeiten und der ehrgeizige Versuch der Trickbetrüger, den Zufall übers Ohr zu hauen. Wer sprengt die Bank? In welcher Ritze verbirgt sich der letzte Funken Freiheit?

PLASMA macht dabei die Bühne zu einer Petrischale, in der die Nährlösung gezüchtet wird, auf der Zufälle wachsen. Ein Zufallsgenerator, in dessen fein gespanntem Netz aus musikalischen und performativen Ereignissen sich eine Hand voll Glückssucher verfangen hat. Während sie versuchen zu verstehen, warum sich etwas ereignet oder nicht, verfangen sie sich in Sehnsüchten, verletzen sich und durchbrechen die Schallmauer des Verstehbaren. Das Resultat ist ein musikalisch-aktionistischer Transformator, der mit fortschreitender Zeit nur noch bedingt beherrschbar ist.

Lustvoll und kompromisslos wirft sich das Ensemble um Regisseur Lukas Bangerter in die Arme der Vorbestimmung um sich dieser dann wieder zu entziehen - immer schwankend zwischen ironischer Distanz und melancholischer Sehnsucht.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass unsere Biographien in einem erstaunlich hohen Ausmass von einem Phänomen bestimmt werden, auf das wir keinerlei Einfluss haben: dem Zufall. Dieses Phänomen - die Tatsache also, dass wir trotz aller Versuche, die Welt und uns exakt zu beschreiben, immer wieder gezwungen sind Unschärfen hinzunehmen, ist Gegenstand des neuesten Projektes von PLASMA.

Wie DELIRIUM wird auch RANDOM wieder von der Reibungsenergie gespeist, die zwischen Martin Wiggerrs digitalen Tönen und der analogen Musik von Jan Ratschko entsteht.

RANDOM ist eine Koproduktion mit dem Theaterhaus Gessnerallee Zürich und dem Schlachthaus Theater Bern.

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Mit freundlicher Unterstützung von:

  • Abteilung Kulturelles der Stadt Bern,
  • Amt für Kultur des Kantons Bern / SWISSLOS,
  • Dr. Adolf Streuli-Stiftung,
  • Familien-Vontobel-Stiftung,
  • Fondation Nestlé pour l’art,
  • Hamasil-Stiftung,
  • Kanton Zürich Fachstelle Kultur,
  • Migros Kulturprozent,
  • Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia,
  • Sophie und Karl Binding Stiftung,
  • Zuger Kulturstiftung Landis & Gyr

Pressestimmen:

Plasma, die Zürcher Theatergruppe um den Regisseur und Autor Lukas Bangerter, ist an die diesjährigen Wiener Festwochen eingeladen. Verdientermassen, wird man urteilen, wenn man seine neueste Arbeit, ›Random‹, im Theaterhaus Gessnerallee gesehen hat... Plasma hat mit ›Random‹ eine neue Dimension ihrer ästhetischen Mittel erreicht. Bangerter jedenfalls wagt sich textlich, formal und ästhetisch auf ein Seil, das selten so hoch gespannt war... Noch selten hat man Bangerter den männlichen Wahn von der Deutbarkeit der Welt auf eine so selbstironische Weise massakrieren sehen. Und, alle Achtung, für die Täter-Opfer dabei so viel Bedauern gefühlt. Doch vielleicht sollte das nur leise geflüstert sein. Denn – wir sprechen von Liebe.

Neue Zürcher Zeitung

Die neue Plasma-Produktion überzeugt mit Tempo, Witz und Präzision. Der Titel – ›Random‹ – sagt es schon: Die neue Produktion der Zürcher Theatergruppe Plasma kreist um Zufall. Geistreich baut der Schweizer Autor und Regisseur Lukas Bangerter scheinbar Unvorhergesehenes und Willkürliches in seine Inszenierung ein, überlässt dabei aber nichts dem Zufall. Er inszeniert präzis, choreografiert streng, arbeitet minutiös. Zum Beispiel mit Sprache: Die Männer verstricken sich in ihren Argumenten und verlieren den Faden in einer faszinierenden Mischung aus realistischem Verhaspeln und formalisiert rhythmisierten Phrasen und Wiederholungen. Die entschiedenen Wechsel in Dynamik, Stil und Stimmung setzen die Darsteller gekonnt um. Von akrobatischen Aktionen wechseln sie zu Gesangsnummern, vom spektakulären Wutausbruch zur Choreografie auf dem Spieltisch.

Der Bund

Es ist eine Eskalation um nichts. Eskalation wohin? Seltsamerweise in den Genuss. Die gespannte Glücksversucherei generiert Entspannung im Publikum. Die Figuren verlieren; wir können das grosse Los, ›Random‹, nur gewinnen.

St. Galler Tagblatt

...eine Liebeserklärung an den Zufall als der letzten rettenden Instanz vor der Forscherwut, die alles erklärbar und damit vorhersagbar macht...PLASMA sind geniale Pointenverweigerer, virtuos verwandeln sie das Platte ins Perfide. Ein bisschen Revue geht immer. So wird musiziert, getanzt, gezaubert und mit erstaunlich wenigen Worten viel gesagt. Philosophie und Physik als Musical-Persiflage.

Kölner StadtAnzeiger

Ein Volltreffer - wie schon "TIP OF THE TONGUE". Die Schweizer erweitern Horizonte, weil sie ein freies Theater mit einer eigenwilligen, prägnanten Ästhetik sind. Komisch und intelligent wird hier mit der Frage gespielt, wodurch Ereignisse ihre Bedeutung erhalten. Und leise kommt die bange Ahnung auf, dass es möglicherweise keinen Sinn hinter dem gibt, was uns hier geschieht. Theater mit Raffinesse.

Kölnische Rundschau

Wer die Arbeiten des Schweizer Ensembles PLASMA einmal gesehen hat, ist diesem Grenzgang zwischen Bewegung, Musik und lebender Installation verfallen. Hier wird ein Wille zur Form sichtbar, gespeist von Selbstironie und heiterer Melancholie.

Stadtrevue Köln

Plus folle et diablement festive, c'est la création "Random" des Zurichois PLASMA, qui restera dans les annales de ce beau week-end au Festival des arts vivants. Ambiance cynique et diablement drôle. Face au vertige du hasard, la compagnie PLASMA crée une oeuvre puissante, chorégraphiée avec autant de folie que d'élégance. Un bijou de perfection.

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